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Abschied

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Verfasser*in: Suche nach diesem Verfasser von Cube, Irma (Drehbuchautor*in); Pressburger, Emeric (Drehbuchautor*in); Bootz, Erwin (Komponist*in)
Jahr: 2026
Verlag: Potsdam, filmwerte GmbH
Mediengruppe: Filmfriend
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Inhalt

Robert Siodmaks kammerspielartiger Film aus dem Jahr 1930 spielt nahezu vollständig in einer Berliner Mietwohnung und begleitet ein junges Paar während der letzten Stunden vor seiner Trennung. Peter (Aribert Mog), ein arbeitsloser Schriftsteller, und seine Geliebte Hella (Brigitte Horney) haben erkannt, dass ihre Beziehung an Geldsorgen und emotionaler Erschöpfung zerbrochen ist. Während sie ihre Sachen packt und Vorbereitungen für den Auszug trifft, entfaltet sich ein schonungsloser Schlagabtausch aus Vorwürfen, Erinnerungen und verletzten Hoffnungen. In Gesprächen, die zwischen Bitterkeit, Zärtlichkeit und Gleichgültigkeit schwanken, wird deutlich, wie sehr beide aneinander vorbeigelebt haben. Kleine Alltagsbeobachtungen, Blicke aus dem Fenster, Nachbarn im Treppenhaus und beiläufige Geräusche der Großstadt verstärken das Gefühl von Einsamkeit und Stillstand. Robert Siodmak inszeniert den Abschied dieses Paares als verdichteten Moment existenzieller Leere: Was zerbricht, ist nicht nur eine Liebesbeziehung, sondern auch ein Lebensentwurf. Formal bemerkenswert ist der sensible Einsatz des damals noch jungen Tonfilms: Dialoge wirken natürlich, Pausen und Geräusche gewinnen Bedeutung, die Figuren bleiben verletzlich und alltäglich. Abschied nutzt den Ton nicht illustrativ, sondern psychologisch ¿ als Mittel, um Distanz und Entfremdung spürbar zu machen. Dieser erste Tonfilm von Siodmak (nach "Menschen am Sonntag" und einem Kurzfilm) nimmt innerhalb seines Werks eine Schlüsselstellung ein. "Abschied" steht stilistisch an der Schwelle zwischen der neusachlichen Alltagsbeobachtung der Weimarer Republik und dem psychologischen Realismus, den Siodmak später ¿ im Exil und insbesondere im amerikanischen Film noir ¿ weiterentwickeln sollte. Themen wie Desillusionierung, Isolation und emotionale Ausweglosigkeit sind hier bereits klar angelegt. Im Kontext des deutschen Kinos der frühen 1930er-Jahre lässt sich "Abschied" als Gegenentwurf zu eskapistischen Unterhaltungsfilmen lesen. Statt Ablenkung bietet der Film eine schonungslose Bestandsaufnahme moderner Beziehungen in einer urbanen, anonymen Gesellschaft. Darin ähnelt er Werken von Pabst oder frühen Filmen von Billy Wilder, mit denen Siodmak auch persönlich verbunden war. Historisch gewinnt "Abschied" zusätzliche Bedeutung durch seine Entstehungszeit: Kurz vor der Zäsur von 1933 entstanden, wirkt der Film rückblickend wie ein Abschied nicht nur von einer Liebe, sondern von einer ganzen kulturellen Epoche des deutschen Films. Seine melancholische Grundhaltung lässt sich auch als Vorahnung des bevorstehenden gesellschaftlichen Bruchs lesen.

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Details

Jahr: 2026
Verlag: Potsdam, filmwerte GmbH
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Beschreibung: 1 Online-Ressource (77 min), Bild: 4:3 HD
Schlagwörter: Film
Sprache: Deutsch
Mediengruppe: Filmfriend