In einem entlegenen mazedonischen Dorf steigt Hatidze, eine etwa 50-jährige Frau, täglich einen Berghang hinauf. Sie macht sich auf den Weg zu ihren zwischen den Felsspalten lebenden Bienenvölkern. Ohne Gesichts- oder Handschutz entnimmt sie sanft die Honigwaben und singt dabei ein uraltes Lied. Zurück auf ihrem Bauernhof, kümmert sie sich um ihre handgemachten Bienenkörbe und ihre bettlägerige Mutter. Gelegentlich fährt Hatidze in die Hauptstadt, um ihren Honig und die Körbe zu verkaufen.
Eines Tages lässt sich eine Nomadenfamilie auf dem Nachbargrundstück nieder, und in Hatidzes beschauliches Bienenkönigreich ziehen schallende Motoren, sieben kreischende Kinder und 150 Kühe ein. Zunächst freut sich Hatidze über die neue Gesellschaft und lässt weder sich noch ihre bewährte Imkerei oder ihre Zuneigung zu den Tieren stören. Doch bald trifft Hussein, das Oberhaupt der zugezogenen Familie, Entscheidungen, die Hatidzes Lebensweise für immer zerstören könnten...
Wie kaum ein anderer Dokumentarfilm erzählt "Land des Honigs" eine grandiose, wahrhaftige Naturgeschichte. Mit den Mitteln filmischer Poesie stellen die Regisseure die Biene ins Epizentrum eines fundamentalen Widerspruchs unserer Zeit. "Land des Honigs" spürt den Veränderungen nach, die sich in die Beziehung zwischen Mensch und Biene eingeschlichen und damit unser aller Welt für immer verändert haben.
"'Land des Honigs' ist nicht nur wegen seiner Bildgewalt eine Ausnahme im aktuellen Dokumentarkino, sondern vor allem auch wegen seiner Machart. Die Regisseure inszenieren ihre Doku beinahe wie einen Spielfilm, als dass die Protagonisten die Anwesenheit des Filmteams hier nie offen zur Kenntnis nehmen; bei einigen emotional intensiven Momenten fragt man sich tatsächlich, wie genau die Aufnahmen wohl vonstattengegangen sind. Den Filmemachern gelingt so jedenfalls ein einzigartiger Einblick in eine im Verschwinden begriffene Lebensweise und eine kluge Reflexion über die untrennbare Verknüpfung einer Landschaft mit ihren menschlichen und tierischen Bewohnern." (Tim Lindemann, auf: epd-film.de)
"Wie ihr Verhältnis zur Fiktion sei, ob sie stark eingegriffen hätten in das gefilmte Geschehen, bestimmte Themen absichtlich aufbrachten, will ein Zuschauer am besagten Gesprächsabend in New York wissen. 'Wir verstehen ja gar kein Türkisch', antworteten Tamara Kotevska und Ljubomir Stefanov. 'Deshalb sind wir auch während des Rohschnitts nur den Bildern gefolgt. Erst als die Transkripte mit den Übersetzungen bei uns eintrafen, verstanden wir überhaupt die Dialoge.' Wurde ihnen die Dichte der Erzählung, die narrative Dringlichkeit, mit der sich das auch visuell so beeindruckende Geschehen entwickelt, also einfach vom manchmal geradezu magischen Zufall der Kunst geschenkt? (...)
Es ist bezeichnend und beglückend, dass in dem Moment, in dem gerade so heftig über Kino versus Netflix, über Marvel versus Autorenkino diskutiert wird, ausgerechnet ein Dokumentarfilm übers Imkern daran erinnert, was Kino ausmacht: Bilder. Berührung. Kritische Diskussion. Und eine Figur, die einem nicht mehr aus dem Kopf geht." (Julia Dettke, auf: zeit.de)
Jahr:
2026
Verlag:
Potsdam, filmwerte GmbH
Aufsätze:
Zu diesem Aufsatz wechseln
Diesen Link in neuem Tab öffnen
Mehr...
Suche nach dieser Systematik
Suche nach diesem Interessenskreis
Beschreibung:
1 Online-Ressource (86 min), Bild: 16:9 HD
Schlagwörter:
Film
Mehr...
Beteiligte Personen:
Suche nach dieser Beteiligten Person
Muratova, Hatidzhe (Mitwirkender); Muratova, Nazife (Mitwirkender); Sam, Hussein (Mitwirkender); Sam, Ljutvie (Mitwirkender); Georgiev, Atanas (Cutter*in); Eid, Rana (Tongestalter*in); Daut, Fejmi (Kameramann(Cinematograph)); Ljuma, Samir (Kameramann(Cinematograph)); Georgiev, Atanas (Filmproduzent); Stefanov, Ljubomir (Filmregisseur); Kotevska, Tamara (Filmregisseur)
Sprache:
Türkisch
Mediengruppe:
Filmfriend