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Franco vor Gericht: Das spanische Nürnberg?
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Jahr:
2026
Verlag:
Potsdam, filmwerte GmbH
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Nach dem Ende des italienischen Faschismus und dem Sieg der Alliierten über die deutschen Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg bestand die faschistische Diktatur in Spanien noch dreißig Jahre fort. Zu den Verbrechen des Franco-Regimes (1936-1975) gehörten systematische Folter, Mord und das Verschwindenlassen von Menschen.
FRANCO VOR GERICHT begleitet einen bahnbrechenden juristischen Versuch, 35 Jahre nach dem Ende des Franquismus eine späte juristische Gerechtigkeit zu erlangen.
In Spanien selbst war im Jahr 2010 der Versuch eines Richters gescheitert, Verbrechen aus der Franco-Ära zu verfolgen.
Verbrechen gegen die Menschlichkeit können jedoch auch andernorts juristische verfolgt werden können, wenn sie im Land der Täter ungesühnt bleiben. Überlebende des Regimes und ihre Angehörigen wandten sich dafür an Juristen in Argentinien.
FRANCO VOR GERICHT zeigt, wie die argentinische Richterin María Servini internationale Haftbefehle gegen ehemalige Vertreter der Franco-Diktatur erwirkt. Mit einer Mischung aus Archivmaterial, Zeitzeugen-Interviews und Reportage erzählen die Filmemacher Dietmar Post und Lucía Palacios vom anhaltenden Kampf gegen das Vergessen und vom Streben Überlebender des Regimes und ihrer Familien nach Gerechtigkeit.
HISTORISCHER HINTERGRUND
Die insgesamt fast vier Jahrzehnte andauernde Franco-Diktatur gehörte zu den grausamsten im 20. Jahrhundert. Die stark auf die Person Francos zugeschnittene Herrschaft endete mit dessen Tod im November 1975. Während der anschließenden Transicion - des Übergangs des Landes zur Demokratie - gab es eine Amnestie, durch die zu Unrecht verfolgte Diktatur-Gegner aus den Gefängnissen entlassen wurde. Doch die Amnestie galt vorauseilend auch für Funktionsträger des beendeten Regimes und deren Schergen - sie sicherte ihnen ein Leben ohne straflrechtliche Verfolgung. Während der Demokratisierung des Landes wurde die Rechtmäßigkeit der franquistischen Herrschaft nie infrage gestellt, es fand weder eine juristische noch eine politische Aufarbeitung statt.
Während der Diktatur war die Einheitspartei, der Franco vorstand, die einzige zugelassene politische Kraft. Es gab keine einklagbaren Grundrechte gegen staatliche Gewalt; statt dessen herrschte Pressezensur und eine stark eingeschränkte Meinungsfreiheit.
Diese nach dem Sieg der rechtsextremen Kräfte im spanischen Bürgerkrieg etablierte Herrschaft stützte sich auf eine lange antiliberale spanische Tradition. Getragen von katholischer Kirche, ¿¿Agrar-Eliten und Militärs herrschte im 18. und 19. Jahrhundert die Erzählung vor, Spanien sei ein Gegenentwurf zum Projekt der Aufklärung in weiten Teilen Europas.
Zum militanten und gegen jedwede gesellschaftliche Vielfalt gerichteten Antiliberalismus unter Franco gehörte der Verschwörungsmythos, dass liberale Eliten einen imaginierten "wahren Volkswillen" missachten und die Fremdbestimmung "des Volkes" bedeuten. Als Feindbild dienten unter Franco insbesondere Freimaurer. Die franquistische Diktatur gab vor: Ein als ursprünglich und einheitlich dargestelltes Volk hat einen einheitlichen Willen - folglich braucht es auch nur eine Partei und deren Führen, um diesen Willen umzusetzen.
Francos Herrschaft gründete in militärischer Gewalt und Terrorherrschaft. Selbst Offizier und Sproß einer Familie von Militärs, erlangte er durch Teilnahme am mit äußerster Brutalität geführten Kolonialkrieg gegen Marokko den Generalstitel. Von Marokko aus war er es, der am 17. Juli 1936 den Befehl zum Putsch gegen die demokratische Regierung Spaniens gab. Der anschließende Bürgerkrieg (1936-39) kostete sowohl auf demokratischer als auch auf Seiten der Putschisten viele Menschenleben. Die Franquisten rächten sich auch nach ihrem Sieg mit physischer Vernichtung ihrer als anti-spanisch dargestellten Gegner. In einer rund fünf Jahre andauernden Terror-Zeit wurden rund 30.000 Todesurteile gefällt, etwa eine halbe Million Menschen in Konzentrationslagern gefangen gehalten, Hunderttausende ins Exil getrieben. Die letzten Todesurteile gegen Regime-Kritiker fielen am Ende von Francos Herrschaft; die in den Familien über Generationen weiter gegebene Angst sicherte seine Macht bis zum Schluss.
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Jahr:
2026
Verlag:
Potsdam, filmwerte GmbH
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Beschreibung:
1 Online-Ressource (98 min), Bild: 16:9 HD
Schlagwörter:
Film
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Beteiligte Personen:
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Mussolini, Benito (Mitwirkender); Adenauer, Konrad (Mitwirkender); Hitler, Adolf (Mitwirkender); de Oliveira Salazar, António (Mitwirkender); Franco, Francisco (Mitwirkender); Goehrke, Alexander (Tongestalter*in); Huelsenbeck, Karl-W. (Cutter*in); Hantschk, Gertrudis (Cutter*in); Palacios, Lucía (Filmregisseur); Post, Dietmar (Filmregisseur); Post, Dietmar (Filmproduzent); Palacios, Lucía (Filmproduzent)
Sprache:
Spanisch
Mediengruppe:
Filmfriend