Federico Fellini, Vittorio De Sica, Luchino Visconti: Diese namhaften Regisseure des italienischen Films erzählen in einem hinreißenden Episodenfilm von der Liebe und den Geschlechterverhältnissen ihrer Gegenwart. Dabei erinnern die voneinander unabhängigen Episoden, in denen auch die Besetzung mit Anita Ekberg, Romy Schneider und Sophia Loren mehr als hochkarätig ist, an Giovanni Boccaccios ¿Decamerone¿ - satirisch, gesellschaftskritisch, oftmals erotisch aufgeladen, immer mit einem ironischen Blick auf Moral und Scheinheiligkeit.
Mit "Le Tentazione del Dottor Antonio" ("Die Versuchung des Dr. Antonio") ist Federico Fellini eine satirisch-bunte, typisch fellinieske Groteske über Prüderie und Verdrängung gelungen: Darin wird der moralstrenge Dr. Antonio von einem überlebensgroßen Plakat mit der üppigen Anita Ekberg verfolgt, das für Milch wirbt. Je mehr er dagegen predigt, desto stärker entwickelt er eine obsessive Fantasie über die Figur auf dem Plakat ¿ bis der moralische Eifer sich in Halluzinationen und Wahnsinn verwandelt.
Luchino Visconti hat mit "Il Lavoro" ("Die Arbeit") ein ruhig elegantes Kammerspiel über Macht, Geld und emotionale Leere in der Aristokratie gedreht. Nach einem Skandal um Prostituierte in der Presse droht einer Gräfin (Romy Schneider) die öffentliche Demütigung. Sie stellt ihren wohlhabenden Ehemann zur Rede und erklärt, sie wolle fortan für ihn arbeiten ¿ als bezahlte Ehefrau.
Eine attraktive Schaustellerin (Sophia Loren) ist der ¿Hauptpreis¿ während "der Tombola" ("La Riffa") von Vittorio De Sica: Der Gewinner darf einen Abend mit der jungen Frau verbringen. Das "Los" trifft einen schüchternen, armen Arbeiter. Die Episode spielt mit männlichen Fantasien, sozialer Ungleichheit und weiblicher Selbstbestimmung ¿ charmant, aber auch ein bisschen melancholisch.
Die Produktion bestand dabei ursprünglich aus vier Episoden. Allerdings wurde die erste Episode, Mario Monicellis "Renzo e Luciana", aus vielen internationalen Fassungen herausgekürzt - so leider auch hier. In "Renzo e Luciana" wird ein junges Arbeiterpaar vorgestellt, das nur heimlich heiraten kann, weil der Arbeitgeber alle verheirateten Frauen entlässt. Der Film zeigt auf humorvolle Weise die Versuche des Paares, ihre Ehe und die Arbeit unter einen Hut zu bringen, wobei die sozialen Zwänge sowie die Enge des italienischen Wirtschaftswunders kritisiert werden.
Alle Episoden werden in der deutschen Sprachfassung präsentiert. Einige kurze Szenen in dieser 159-minütigen Fassung sind aber im italienischen Original mit deutschen Untertiteln, da in Deutschland damals nur eine stark gekürzte Fassung veröffentlicht wurde.
Jahr:
2026
Verlag:
Potsdam, filmwerte GmbH
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Beschreibung:
1 Online-Ressource (159 min), Bild: 1,85:1 HD
Schlagwörter:
Film
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Beteiligte Personen:
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Schneider, Romy (Schauspieler*in); Giuliani, Luigi (Schauspieler*in); de Filippo, Peppino (Schauspieler*in); Milian, Tomas (Schauspieler*in); Vita, Alfio (Schauspieler*in); Ekberg, Anita (Schauspieler*in); Loren, Sophia (Schauspieler*in); Serandrei, Mario (Cutter*in); Novelli, Adriana (Cutter*in); De Sica, Vittorio (Filmregisseur); Visconti, Luchino (Filmregisseur); Fellini, Federico (Filmregisseur); Ponti, Carlo (Filmproduzent); Cervi, Tonino (Filmproduzent); Martelli, Otello (Kameramann(Cinematograph)); Rotunno, Giuseppe (Kameramann(Cinematograph))
Sprache:
Deutsch
Mediengruppe:
Filmfriend