1953, Grafschaft Cambridgeshire: Im idyllischen Dörfchen Grantchester soll der anglikanische Vikar Sidney Chambers (James Norton) als Seelsorger in der kleinen Gemeinde tätig werden. Neben seinen geistlichen Verpflichtungen wird der charismatische junge Mann jedoch immer wieder in eine Reihe Mordermittlungen gezogen, für die der bodenständige Detective Inspector Geordie Keating (Robson Green) im nahen Cambridge verantwortlich zeichnet.
Aus anfänglicher Skepsis entsteht eine enge Freundschaft zwischen den beiden ¿ zumal ihre Kriminalfälle nicht nur spannende Rätsel darstellen, sondern Spiegel für Themen sind, die die Menschen in den 1950er-Jahre umtreiben: Klassenschranken, Moralvorstellungen und persönliche Freiheit. Themen, die auch Sidneys tägliches Handeln bestimmen: Seine unerfüllte Liebe zur ¿höher gestellten¿ Amanda, sein Verantwortungsgefühl gegenüber der Gemeinde und nicht zuletzt seine Freundschaft zu Geordie, die sich über die erlittenen Kriegstraumata und den Hang zu alkoholischen Getränken trotz aller sonstigen Unterschiede verfestigt.
¿Auch die Fälle, mit denen es die beiden im Lauf der Serie zu tun bekommen, führen immer mal wieder zurück in den Krieg und zu dem Erbe von Hass und Gewalt, das er hinterlassen hat. Und sie zeigen die 1950er-Jahre, trotz aller äußerlichen Freude am entsprechenden Mid-Century-Style, als Zeit, in der hinter scheinbar noch stabilen gesellschaftlichen Rollenbildern schon leise die Hefe gesellschaftlicher Veränderung gärt.
Das betrifft nicht zuletzt das Verhältnis der Geschlechter, das immer wieder eine wesentliche Rolle spielt ¿ bei diversen Verbrechen, die Themen wie häusliche Gewalt, voreheliche Schwangerschaft, Missbrauch etc. anschneiden, aber auch im Privatleben der Ermittler, das schon von Staffel 1 an neben einer 'Ein Fall pro Folge'-Dramaturgie Stoff für übergreifende Handlungsbögen liefert, die dann im Lauf der Serie schnell an Bedeutung gewinnen.¿ (Felicitas Kleiner, auf: filmdienst.de)
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Doppelt so lang wie eine reguläre Folge, erstreckt sich das "Christmas Special" der britischen Krimi-Serie über rund 90 Minuten. Angesiedelt ist das Special zwischen Staffel¿2 und¿3.
Kurz vor Weihnachten ist Sidney Chambers (James Norton) mit den Vorbereitungen der Festlichkeiten und dem geplanten Kirchenkrippenspiel beschäftigt. Was ihm ganz recht kommt, um sich von seinen Gefühlen für die hochschwangere Amanda abzulenken, die getrennt von ihrem Ehemann bei ihrer Tante CeCe untergekommen ist.
Als jedoch eine verzweifelte, junge Frau berichtet, dass ihr Bräutigam am Vorabend der Hochzeit spurlos verschwunden sei, stehen die Zeichen auf Sturm, besser: auf Mord.
Sidney und Detective Geordie Keating entdecken die Leiche des zukünftigen Ehemannes in seiner Firma, bestialisch ermordet - und mit zwei Eheringen im Hals...
"'Weihnachten in Grantchester' ist ein herzlicher Krimi, der nicht annährend so düster geraten ist wie die Staffel zuvor. Der Geist der Weihnacht wird hier zelebriert, und Hoffnung wird überall spürbar. Obwohl einige Momente am Kitsch schrammen, wird diese Grenze nicht übertreten.
In anderen Szenen zeigt das Century-Piece hingegen den Druck der gesellschaftlichen Normen und die eisige Kälte, mit der diese durchgesetzt werden. Insgesamt ist 'Weihnachten in Grantchester' eine gelungene Episode, die ¿ auch aufgrund des Weihnachtsfests als Handlungsrahmen ¿ eine positive Grundstimmung vermittelt." (Thomas Heuer, auf: mellowdramatix.de)
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Weihnachten steht vor der Tür, da muss sich Sidney auf die Trauung von Linda Morgan und den um einiges älteren Bill Davis vorbereiten. Als der Bräutigam ermordet in seiner Firma aufgefunden wird, geht die Polizei von einem Raubmord aus. Doch der Fall ist komplizierter - schließlich lassen sich im Mund des Toten gleich zwei Eheringe finden. Unterdessen hofft die von ihrem Vater verstoßene Amanda auf eine Zukunft mit Sidney...