Im Jahr 1931, zwischen dem Ende der Monarchie und dem Aufkommen des Faschismus in Spanien, verschlägt es den jungen Deserteur Fernando in die schäbige, aber gemütliche Villa des alten Künstlers Manolo, der sich schnell mit ihm anfreundet. Gerade als Fernando weiterziehen sollte, kommen die vier hübschen Töchter Manolos zu Besuch, und der junge Mann beschließt zu bleiben...
Während Fernando "adoptiert" und in die Kunst des Freidenkens eingeführt wird, stellen Manolos Töchter seine streng katholische Einstellung auf die Probe. Da ist Clara, mit Mitte 20 schon Witwe und begierig, dem Leben mehr abzutrotzen, als sie bisher bekommen hat. Dann Violeta, die jedem Mann den Kopf verdreht. Ganz ihr Gegenteil ist die stille Rocio, die sich am liebsten in Herrenmode kleidet und schließlich Nesthäkchen Luz, die endlich ihre Unschuld verlieren möchte. Alle vier umwerben Manolo und setzen geschickt ihre weiblichen Waffen ein, um ihr Ziel zu erreichen.
Fernando Truebas sinnenfroher Historien- und Liebesfilm kam im Dezember 1992 in die spanischen Kinos und wurde zum größten Erfolg des Jahres 1993. Nicht nur für den Regisseur, auch für die junge Penélope Cruz wurde er zum internationalen Durchbruch. Trueba (geb. 1955 in Madrid) gewann im Lauf seiner Karriere mehrere Spanische Filmpreise ("Goyas"), für "Belle Époque" erhielt er den "Oscar" für den besten fremdsprachigen Film. Humorvoll beschäftigt er sich in seinen Werken mit Liebe, Lust, Kunst, Ideologien und gerne auch mit Jazz-Musik ("Chico & Rita"). Mit "The Queen of Spain - Die Königin von Spanien" (2016) knüpfte er beziehungsreich an seinen früheren Film ¿Das Mädchen deiner Träume¿ (1998) an.
"'Belle Époque' feiert die Sinnlichkeit und den menschlichen Körper. Er ist eine Erinnerung daran, dass Sex sanft, zärtlich und schön sein kann. Amerikanische Filme verknüpfen ¿Sex und Gewalt¿ so zwanghaft, dass wir uns kaum noch eine attraktive Frau vorstellen können, die nicht einen Eispickel hinter ihrem Rücken versteckt. Vielleicht haben die amerikanischen Männer, die die Macht über Filme haben, Angst vor Frauen. Fernando Trueba hat keine und sein Held auch nicht. Als ich diesen Film (¿) sah, wurde ich daran erinnert, dass Erotik im Kino einmal ein Selbstzweck war und nicht nur das Vorspiel zu einer Slasher-Szene. Hier ist ein Film, der so einladend ist, dass man mit dem alten Manolo und seinem Freund, dem Priester, in der Sonne sitzen und über die großen Fragen des Lebens reden möchte. Und über seine Töchter." (Roger Ebert, rogerebert.com, 15.4.1994)
Jahr:
2026
Verlag:
Potsdam, filmwerte GmbH
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Beschreibung:
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Schlagwörter:
Film
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Beteiligte Personen:
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Verdú, Maribel (Schauspieler*in); Diego, Gabino (Schauspieler*in); Galabru, Michel (Schauspieler*in); Gil, Ariadna (Schauspieler*in); González, Agustín (Schauspieler*in); Cruz, Penélope (Schauspieler*in); Díaz-Aroca, Miriam (Schauspieler*in); Gómez, Fernando Fernán (Schauspieler*in); Sanz, Jorge (Schauspieler*in); Frías, Carmen (Cutter*in); Prat, Georges (Tongestalter*in); Trueba, Fernando (Filmregisseur); Gómez, Andrés Vicente (Filmproduzent); Alcaine, José Luis (Kameramann(Cinematograph))
Sprache:
Deutsch
Mediengruppe:
Filmfriend